Sonntag, 6. September 2015

Wilde Pflaumen - Pflaumenmus, Pflaumenkompott, Pflaumensaft

Die wilden Pflaumen sind nicht so groß wie Kulturformen, doch die Sämlinge unserer Zuchtbäume können sich trotzdem mit anderen Obstbäumen messen. Die Erntemenge ist enorm hoch und man kann zuverlässig mit ihr rechnen in jedem Jahr. Die Bäume sind raschwüchsig und erreichen eine stattliche Höhe. Unser größter Wildling erscheint auf etwa 12 Meter Höhe im Frühling als herrlich weiß blühender Blickfang und bereits im August mit Unmengen an saftigen Früchten. Die Äste hingen fruchtbeladen bis auf den Boden, wie Pflaumengardinen. Diese frühreifen Früchte sind in der Küche sehr willkommen. Wir verarbeiten sie zu Pflaumenkuchen, Pflaumensaft, Pflaumenmus, Pflaumenkompott und vielen anderen Gerichten. Wer aus den Früchten Wein herstellen will, kann auch das probieren, es soll ein schmackhafter Obstwein entstehen, ich habe das noch nicht getestet. Die letzten Wochen wurden die meisten Pflaumen eingefroren, es ist die schnellste und unkomplizierte Art, eine so reiche Ernte zu verarbeiten. Die Früchte wurden mit dem Messer in Handarbeit entkernt und in Gefrierbeutel portionsweise verpackt, so sind sie für alle Rezepte griffbereit und küchenfertig. Kompott wird von den Kindern sehr gern und in großen Mengen gegessen. Es ist nicht nur mittags als Dessert gefragt, sondern auch am Nachmittag zum Vesper oder am Abend als frische Zugabe zu belegten Broten. Wir kochen meist einen 12-Liter-Topf Pflaumen in Zuckerwasser auf, dann schöpfe ich Saft ab für die Konservierung in Schraubflaschen. Die Früchte fallen sehr zusammen beim Kochen und verlieren viel Saft, so bleibt immer genug Saft für Schorle übrig. Heiß in Schraubflaschen abgefüllt ist der rote Saft ein Highlight im Vorratsregal. Wir mögen ihn mit Wasser gemischt, Schorle ist eines der Lieblingsgetränke der Kinder. Die restlichen Pflaumen mit Saft werden heiß in Schraubgläser gefüllt. Pflaumenmus lässt sich auch aus den wilden Pflaumen zubereiten. Man kocht die entkernten reifen Früchte mit ganz wenig Wasser in einer höheren beschichteten Pfanne mit etwas Zimtpulver. Man muss besonders zum Ende der Kochzeit oft rühren damit nichts anbrennt. Die wilden Pflaumen sind durch den Anteil an Schalen etwas herber im Geschmack als die Hauspflaumen und sollten nach dem Kochvorgang noch mit einer Zuckerzugabe gesüßt werden. Auch dieses Mus wird heiß in Schraubgläser abgefüllt. Es ist ein fruchtiger Brotaufstrich und uns sehr wertvoll, da wir weder Farbstoffe noch Konservierungsstoffe darin wissen. Der Vorteil bei der Konservierung in Schraubgläsern liegt darin, dass keine weitere Energie benötigt wird um die Vorräte aufzubewahren. Das ist gegenüber dem Einfrieren ein Aspekt, der für diese Konservierungsmethode spricht. Man kann das Mus auch für Kuchen verwenden, wir mögen es auf Mürbeteig mit Streuseln. Aus den gefrosteten Pflaumen werden wir jetzt viele Gerichte zaubern, da sie uns den gesamten Platz in der Gefriertruhe belagern und natürlich auch sehr gut schmecken. Mit Hefeknödeln oder als Pflaumenknödel sind sie bald auf unserem Tisch. Die Igel, eine Mama und fünf Igelkinder, mögen die Pflaumen sehr gern. Es ist sehr lustig anzusehen, wenn die Kleinen ihre Mäulchen so weit aufreißen um die runden Pflaumen anzubeißen. Bis zum Winter werden wir ihnen noch viel zufüttern müssen, damit sie ihr Mindestgewicht erreichen und den Winterschlaf zu überstehen.

Kommentare:

  1. Ich hab leider noch nie einen wilden Pflaumenbaum gesehen aber das klingt ja wirklich wie eine sehr gute Obst- und Vitaminquelle. Laßt es Euch gut schmecken.

    LG Petra K.

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  2. Vielen Dank, liebe Petra! Ich habe Pflanzen da, falls Du welche haben möchtest. Man kann sie ja auch schneiden, dass sie nicht so riesig werden.

    LG Silvia

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    1. Danke für das Angebot. Ich muß erstmal sehen, wie das bei uns weitergeht, weil wir ja z.Z. kein Wasser im Garten haben und damit der Garten nutzlos ist, bei der Trockenheit hier. Kann sein, daß wir irgendwann mal umziehen müssen, dann kann ich weiter voraus planen.

      LG Petra K.

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  3. Oh ja, die Wildpflaumen, solche waren mein heutiges Vorfrühstück. Ich laufe mit den Hunde so oft ich kann an jenem Baum hier am Rande des Dorfs vorbei, der frei in der Natur steht. Ich bevorzuge diese Frucht der herkömmlichen Pflaumen aus dem eigenen Garten. Und am Morgen sind sie besonders köstlich, weil sie so richtig frisch (wie aus dem Kühlschrank) schmecken. Die Hunde machen da aber keine großen Unterschiede, die essen beides (egal zu welcher Uhrzeit).

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    1. Ich kann mich da auch nicht beherrschen, die Wildpflaumen sind einfach lecker und ja auch die ersten Pflaumen im Jahr. Bei uns steht der große Baum direkt vor dem Gewächshaus, im Frühjahr summt es dort wie im Bienenstock. Man kann wahnsinnig viele Insekten an den Blüten sehen. Mal sehen, ob ich noch ein altes Foto finde, das den Prunus Nigra mit dem Wildling zeigt, das sieht aus wie Erdbeereis mit Sahne: Rosa Blüten von der Blutpflaume und weiße vom Wildling. Schade, der Prunus Nigra geht langsam kaputt. Aber die Wildlinge zeigen zum Teil Eigenschaften von ihm. Die Früchte hatten wir jetzt zentnerweise zu verarbeiten, die Wildpflaumen sind richtige Schätze.

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